Sehr lange habe ich schon mit diesen neuartigen Smartwatches geliebäugelt. Bei Vorstellung der Apple Watch war mir auch eigentlich klar, dass ich so ein Ding unbedingt besitzen muss! Mit einem Preis von mindestens 399€ ist mir dieses Ding jedoch viel zu teuer. Und eine Uhr, deren Akku gerade einmal einen ganzen Tag lang hält, kann ich nicht wirklich gebrauchen bzw. auch ausgiebig nutzen.

Nachdem sich meine Liebste nun ein Garmin VivoSmart (ein Activity Tracker mit Benachrichtigungsfunktionen) zugelegt hat und ich mit ansehen durfte, wie praktisch so etwas sein kann, musste ich mich eingehender mit den aktuell erhältlichen Smartwatches beschäftigen. Für Android Smartphones ist die Auswahl hier schon sehr groß, für das iPhone hingegen beschränkt sich die Anzahl der wirklich nutzbaren Uhren auf eine knappe Hand voll – und so fiel mein Blick schon sehr schnell auf die Pebble Smartwatch. Gestern entschied ich mich dann auch endlich zum Kauf der Uhr.

Pebble Smartwatch

Die Pebble Smartwatch

Die Pebble ist eine Smartwatch mit E-Paper-Display, ähnlich wie bei eBook-Readern. Im Jahr 2012 wurde sie über das Crowdfunding-Portal kickstarter.com angekündigt, seit 2013 wird sie verkauft. Mit einem Smartphone (Android und iPhone) verbindet sie sich über das stromsparende Bluetooth 4.0, mittels Vibrationen kann sie über eingehende Nachrichten (alle Benachrichtigungen des iPhones) und Anrufe (auch Facetime) informieren.

Das Software Development Kit kann frei benutzt werden, um beispielsweise eigene Apps für die Uhr zu erstellen. Damit ist nicht nur eine Vielzahl unterschiedlicher Skins möglich, sondern ebenso Anwendungen wie die Steuerung der Musik auf einem mit der Uhr verbundenen Smartphone oder die Verwendung der Uhr als Tachometer beim Fahrradfahren oder Laufen.

Auf der Pebble Watch ist ein Pebble OS genanntes Betriebssystem installiert. Dabei handelt es sich um eine angepasste Variante von FreeRTOS. Seit der Veröffentlichung der Firmware 2.3 unterstützt das Pebble OS die Benachrichtigungen im Stil von Android Wear. Interaktive App-Benachrichtigungen, die für Android Wear angepasst sind, funktionieren so auch auf der Pebble Smartwatch. Seit Version 2.8 unterstützt die Firmware auch die deutsche Sprache.

Das stromsparende, transflektive LC-Display mit einer Auflösung von 144 × 168 Pixeln verspricht dabei vergleichsweise lange Akkulaufzeiten (laut Hersteller zwischen 5 und 7 Tage), die es im Gegensatz zu vergleichbaren Uhren ermöglichen, die Inhalte dauerhaft anzuzeigen.

Pebble Smartwatch
Die Pebble zeigt alle Benachrichtigungen des iPhones …

Meine bisherigen App-Favoriten

Hauptsächlich nutze ich die Uhr natürlich, um mir die eingehenden Nachrichten und Anrufe meines iPhones anzeigen zu lassen. Natürlich habe ich aber auch gleich ein bißchen damit rumgespielt und mir einige nützliche Apps zur Erweiterung herausgesucht.

PebbleNav

PebbleNav ermöglicht – wie auch bei der  Watch – das Anzeigen von Navigationsanweisungen auf der Smartwatch. Auch wenn diese Funktion während einer Autofahrt eher sinnfrei ist, kann ich mir vorstellen, dass es gerade zur Zu-Fuß-Navigation in Städten sehr sinnvoll sein kann. Die Pebble zeigt hierbei entweder eine kleine Karte oder nur die nächste Anweisung der Navigation an und vibriert sogar, wenn eine Richtungsänderung (links oder rechts abbiegen) bevor steht.
Leider ist die dazugehörige iPhone-App noch nicht ganz ausgereift. Der Hersteller verspricht jedoch, dass intensiv an einer Erweiterung und Verbesserung gearbeitet wird.

Tanken

Die Tanken-App macht genau das, was sie verspricht: sie zeigt die nächstgelegene und nächste billige Tankstelle. Dank der Anbindung an das Smartphone weiß natürlich auch die Uhr, wo ich mich gerade befinde und kann mir anhand dieser Daten die nächste Tankstelle anzeigen.

Misfit

Misfit ist eine App zur Aufzeichnung von Aktivitätsdaten für das iPhone. Auch diese App bietet eine Anbindung an die Pebble. Ich nutze das Tracking jedoch nur zur Schlafüberwachung. Da mein iPhone 6 bereits meine Schritte aufzeichnen kann (und das wahrscheinlich, bedingt durch die Platzierung in der Hosentasche, besser als eine Uhr) habe ich die Schrittzählung durch die Uhr gleich wieder deaktiviert. Da man mehr mit den Händen als mit den Beinen arbeitet ist die Aufzeichnung hier nicht optimal.

WunderPebble

Wer bereits Wunderlist nutzt, wird WunderPebble lieben. Da die 6Wunderkinder selbst noch keine App für die Pebble zur Verfügung stellen, kann ich aber dank WunderPebble dennoch auf meine Listen zugreifen und diese auch abarbeiten und abhaken. Nie wieder mit dem Smartphone in der Hand beim Einkaufen durch den Laden laufen …

AroundMe

Auch auf dem iPhone ist die App AroundMe sehr beliebt, auf der Smartwatch wird sie noch praktischer. Ohne mein Mobiltelefon aus der Tasche zu kramen, kann ich jetzt dennoch Orte in meiner Nähe finden.

Was ich mir noch von der Pebble wünsche …

Bis jetzt bin ich mit meiner neuen Smartwatch sehr zufrieden. Eine wichtige Funktion habe ich noch nicht vermisst. Ich muss nicht unbedingt Nachrichten über die Uhr beantworten noch Telefonate führen können. Schließlich bin ich nicht der Knight Rider. Mein Auto spricht ja auch noch nicht mit mir …

Was ich mir aber noch wünschen würde, wäre eine Erweiterung zur Geocaching-App auf dem iPhone. Es wäre toll, wenn ich den aktuell angepeilten Cache an die Pebble senden könnte und diese mir dann einen Kompass und die Entfernung zur Dose anzeigt. Optimal wäre dann auch, wenn die Uhr vibriert, wenn ich mich in der Nähe des Caches befinde.
Manchmal läuft man doch so seine Runden durch den Wald, den Blick ständig auf’s iPhone gerichtet, damit man auch ja nicht am Zielort vorbei läuft. Wenn die Pebble mich hier unterstützen würde, wäre das ein Traum.

Bist du auch Besitzer einer Pebble? Welche Funktionen der Uhr kannst du empfehlen? Oder gibt es auch ein Feature, das du dir wünschen würdest?

12 Kommentare

  1. Warum hast du nicht auf die Pebble Time gewartet?

    • Hatte ich – bis der Preis vorgestellt wurde. Bei knapp 300€ hätte ich mir aber auch fast eine Watch kaufen können.
      Die Pebble ist meine erste Smartwatch. Man möchte ja erstmal testen … ;)

  2. Pebble ist ne super Anschaffung. Habe die erste Kickstarter Pebble gehabt, dann die Pebble Steel und warte gerade auf eine Pebble Steel Time :) Super Erweiterung des Handys ohne zuviel Schnick Schnack :) Gute Wahl!

  3. Lieber Marcus,

    vielen Dank, dass Du die doFollow Badge hier verwendest!
    Bei meinem Besuch stellte ich jedoch fest, dass dein Blog derzeit keine Links ohne no-follow spendiert, wenn man hier einen Kommentar hinterlässt. Daher müsste ich dich leider bitten, die Badge wieder zu entfernen, da diese nur von doFollow Blogs genutzt werden darf.

    Falls es derzeit bei der Implementierung der erforderlichen Plugins technische Schwierigkeit gibt, können wir gerne eine Lösung finden.

    Liebe Grüße aus Lübeck
    Martin O. Hamann

  4. Ein sehr ausführlicher Artikel, ich liebäugle schon ne weile mit einer Smartwatch und Pebble ist an sich nicht schlecht. Werde mich in den nächsten Tagen ein wenig mehr damit beschäftigen. Ist sicherlich eine gute Erweiterung des Smartphones.

  5. Na das ist doch mal ne schöne Sache, würde mir zwar nicht so ein Teil um das Handgelenk schnürren, aber verkauft sich bestimmt super. VG Karsten

  6. Danke für den informativen Artikel.

    Liebe Grüße aus Hamburg, Melissa

  7. Die Akkulaufzeit ist ja der Hammer. Viele haben ja nur zwei Tage, manche sogar nur einen Tag Laufzeit. Da würde ich vielleicht auch auf ein Farbdisplay verzichten, wenn es daran liegt.

  8. Super Artikel, danke! Die Pepple ist nun direkt in den Warenkorb gewandert. :) Mein Kaufgrund: Ganz klar auch die Akkulaufzeit.

  9. Ich spiele schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mir auch eine Smartwatch zuzulegen. Das Design haut mich einfach um und jedes mal, wenn ich eine solche Smartwatch sehe, werde ich neidisch :) Hätte aber nicht gedacht, dass die Akkulaufzeit so enorm ist!! Wow!

  10. Hi Marcus,
    interessante Eindrücke zu der Pebble.
    Vor drei Jahren hatte iich eigentlich gedacht, dass in drei Jahren jeder von uns eine Smartwatch hat :D
    …aber anscheinend sind Smartwatch bei der Gesellschaft noch nicht so angekommen. Ich denke aber trotzdem, dass in 10-20 Jahren fast nur noch Smartwatches getragen werden. Aber natürlich schwierig zu sagen. So eingeschlagen wie die Smartphones damals sind sie nicht.

    Was denkst du über die Zukünftige Entwicklung von Smartwatches?
    Danke für den Post :)

    Grüße
    Alex

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